Angst im Galopp ist eine Schutzreaktion deines Nervensystems, keine Charakterschwäche. Dein Gehirn schätzt aus drei Quellen ein, wie sicher du gerade bist: aus deinen Augen, deinem Gleichgewichtsorgan im Innenohr und dem Körpergefühl aus Muskeln und Gelenken. Sind diese Daten im Galopp unscharf, schaltet es auf Schutz: Du wirst fest, der Atem wird flach, der Blick eng. Deshalb hilft „entspann dich" so selten. Wirksamer ist, die Daten zu verbessern, und ob ein Drill das für dich tut, kannst du in fünf Minuten testen.
Du reitest im Trab durch die Ecke, die Hilfe zum Angaloppieren ist schon im Kopf. Und genau dann passiert es: Die Schultern gehen ein Stück nach oben, die Hand wird fest, die Knie suchen Halt am Sattel. Du hast nichts davon entschieden. Dein Pferd merkt es trotzdem, wird spannig oder fällt unruhig in den Galopp, und dein Nervensystem fühlt sich bestätigt.
Wenn du das seit Jahren kennst, obwohl du weißt, wie die Hil...